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Leuchtturm „Roter Sand“ kommt an den Golf von Wächtersbach
Wächtersbach, 01.04.2025. Was lange währt, wird endlich gut: Der historische Leuchtturm „Roter Sand“ bekommt ein neues Zuhause – und zwar nicht wie erwartet an der Nordsee, sondern im beschaulichen Wächtersbach-Wittgenborn. Möglich wurde dies durch eine überraschende Nachmeldung der Stadt, die sich kurz vor Bewerbungsschluss noch für das bundesweite Standortverfahren qualifizieren konnte.
„Natürlich mussten wir kreativ werden“, erklärt Bürgermeister Andreas Weiher. „Aber der Golf von Wächtersbach bietet die idealen nautische Bedingungen. Außerdem weht hier oben in Wittgenborn oft ein frischer Wind – das ist quasi Nordsee-Feeling mit Fernblick.“
Laut Weiher sei der Leuchtturm ein „echtes Leuchtturmprojekt“ – nicht nur für Wächtersbach, sondern für ganz Osthessen. „Wir senden damit ein deutliches Signal – im wahrsten Sinne des Wortes. Der Turm wird nicht nur das Landschaftsbild prägen, sondern man kann bei guter Wetterlage sogar bis zum Vogelsberg blinken.“
Nach Rücksprache mit der unteren Naturschutzbehörde darf das 30 Meter hohe Bauwerk auf einer eigens angelegten Binnen-Düne errichtet werden. Die Umsetzung des Leuchtturmprojekts erfolgt auch im Einklang mit dem Schutz des seltenen Wittgenborner Seemolches, dessen Balzverhalten durch die regelmäßige Lichtrotation nach Expertenmeinung sogar positiv beeinflusst werden kann.
Das Projekt wird zudem zu 100% über das hessische Förderprogramm „Meer für alle – Touristische Visionen im Mittelgebirge“ gefördert. Kritiker hatten zwar bemängelt, dass Hessen über keine Küste verfüge. Weiher meint jedoch dazu: „Küstenlage ist keine Voraussetzung. Wer im Mittelgebirge einen Golf hat, braucht folgerichtig natürlich auch ein Leuchtfeuer.“
Neben seiner klassischen Funktion wird der Leuchtturm vielseitig genutzt:
Die drehende Lichtkegelanlage soll künftig Flugzeuge über dem Main-Kinzig-Kreis beim Navigieren unterstützen. Im Sockel soll ein Informationszentrum zum Thema Binnenleuchtfeuer eröffnet werden. Außerdem wird das historische Bauwerk als neue Außenstelle des Standesamts – Motto: „Heiraten mit Weitblick“.
Auch wirtschaftlich rechnet sich das Projekt. Die örtliche Gastronomie plant bereits jetzt ein „Hering-meets-Handkäs“-Festival, außerdem schätzen Experten, dass der Leuchtturm zur neuen Selfie-Hochburg der Mittelgebirgsregion avancieren wird.
Die Ankunft ist für den 11. November geplant. Der Transport des Turms aus Bremerhaven erfolgt klimafreundlich mit einem Hybrid-Traktor und wird live auf dem städtischen YouTube-Kanal gestreamt.